Die wissenschaftliche Grundlage der Entstehung unserer Sprachanalyse. Ein Beitrag von Anja Linnenbürger, Head of Psychology der PRECIRE Technologies GmbH.

Seit 2012 beschäftigt PRECIRE sich mit dem Thema Sprachanalyse und betreibt hierzu von Beginn an mit einem wissenschaftlichen Team von Experten aus Psychologie und Informatik eine kontinuierliche und fundierte Forschung, um diese stetig weiterzuentwickeln. Mittlerweile ist die Sprachanalyse sogar patentiert und wird seit einigen Jahren in verschiedenen Bereichen eingesetzt.

Dieser Beitrag gibt einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit und Forschung von PRECIRE und ermöglicht einen Überblick zu den einzelnen Entwicklungsschritten der Sprachanalyse. Im Fokus stand dabei immer die Suche nach Lösungen, wie die einzigartige Kombination aus Psychologie und Künstlicher Intelligenz valide in den unmittelbaren Dienst des Menschen gestellt werden kann.

Experten aus Psychologie und Informatik beginnen mit der Entwicklung der Sprachanalyse

Die Gründer von PRECIRE kommen ursprünglich aus der Personalberatung und waren in dieser Tätigkeit häufig mit Fragestellungen zur Persönlichkeit des Individuums sowie zur Kommunikationsoptimierung konfrontiert. Sie konnten dabei beobachten, „dass die Persönlichkeit eines Menschen sich intuitiv mit dessen Sprache verbindet.“ (Greb & Linnenbürger, 2018). Hierbei spielt die Art und Weise, wie jemand kommuniziert, eine größere Rolle als was er inhaltlich sagt. Mit der Erkenntnis schlossen sie sich den Thesen des Psychologen James W. Pennebaker an, der sich insbesondere mit der Sprachanalyse in der Psychologie beschäftigt (Pennebaker, 2002). Zum Beleg dieses intuitiven Schlusses wurden bereits Anfang 2013 von einem Team aus Psychologen erste Studien zum Zusammenhang von Sprache und wissenschaftlich validierten Persönlichkeitstests durchgeführt. Insbesondere der Persönlichkeitstest Big Five stand hier im Vordergrund. Schnell wurde deutlich, dass die reine Wortzählung, für die auch im Englischen durch psychologische Studien bereits Zusammenhänge zur Persönlichkeit gefunden wurden (z.B. Pennebaker & King, 1999; Mairesse, Walker, Mehl & Moore, 2007) für eine valide Aussage nicht ausreichen würde, wie andere Studien ebenfalls nahelegen (z.,B. Oberlander & Gill, 2006; Pennebaker, Mehl & Niederhoffer, 2003; Mehl, Gosling & Pennebaker, 2006; Fast & Funder, 2008).

Aus diesem Grund wurde der Kontakt zum Informatiklehrstuhl von Herrn Prof. Seidl an der RWTH Aachen gesucht. Dessen wissenschaftliche Mitarbeiter ergänzten mit ihrer Expertise im Bereich Machine Learning die Expertise der Psychologen optimal. Das Team von PRECIRE wurde noch vor der Gründung um zwei und später um mehr ausgezeichnete Data Scientists erweitert. Aus dieser Zusammenarbeit entstand eine Grundlagenstudie.

Die Grundlagenstudie beinhaltet die folgenden Punkte:

  • Standardisierung der Situation der Sprachaufnahme in Form eines 15-minütigen automatisierten Interviews.
  • Erhebung einer repräsentativen und großen Stichprobe mit 5200 Teilnehmern. •Durchführung einer möglichst ganzheitlichen psychologischen Messung von ausschließlich wissenschaftlich validierten Verfahren, beispielsweise Big Five, PRF, AVEM, ergänzt um Beobachterratings.
  • Kleinteilige Analyse der Sprache mithilfe der Linguistik (Wörter, Wortkombinationen, Wortumgebungen, Satzbau, Audioparamater).

Ein objektives, valides und reliables Verfahren entsteht

Daraus entwickelte sich ein objektives, valides (n = 895; konvergente Validität zwischen .65 für Kontaktfreude und .79 für Überzeugungskraft sowie geringen diskriminanten Werten) und reliables Verfahren (Retest-Reliabilität, n = 500, zwischen .68 für Neugier und .81 für Kooperationsbereitschaf t). Die Konstruktvalidierung wurde in drei verschiedenen Studien nachgewiesen, wovon zwei unabhängig von Wirtschaftspsychologie-Masterandinnen der HS Fresenius durchgeführt wurden. In den externen Studien ergaben sich hohe konvergente Korrelationen mit dem HEXACO-Fragebogen (n = 303; zwischen .49 für Kooperationsbereitschaft bis .74 für Extraversion) sowie ebenfalls gute Werte für die diskriminante Validität. Zudem gab es Untersuchungen zur Kriteriumsvalidität, die den Zusammenhang mit beruflichen Erfolgsvariablen belegten (z.B. Vertriebserfolg). PRECIRE hat damit also wesentliche Hürden gemeistert, die ein psychologisches Testverfahren durchlaufen sollte.

Nachjustierung der Sprachanalyse anhand gewonnener Erkenntnisse

Für die englische Version der Technologie ist das Unternehmen noch einmal einen Schritt zurückgegangen und reflektierte die Erkenntnisse aus den bisherigen Jahren. Zentrale Ergebnisse waren: Persönlichkeitsmerkmale lassen sich über Sprache abbilden, wenn eine stark standardisierte Situation vorhanden ist. Damit entsteht eine statische Messung, wie andere Testverfahren sie auch haben. Die Technologie kann also klassische Testverfahren zum Teil ersetzen. Allerdings ist die Erhebung genauso statisch (wenn auch effizienter), wie bei einem Kreuztestverfahren. Zudem kann das Ergebnis nicht Grundlage einer Entwicklung sein, sondern ist vor allem eine diagnostische Rückmeldung. Außerdem ist der Ansatz begrenzt, da nur eine einmalige Messung interessant ist. Zudem ist das Ergebnis recht weit vom alltäglichen Erleben und Verhalten entfernt und damit abstrakt. Das Feedback von Kunden zeigte, dass insbesondere die Ergebnisse zur Kommunikation von besonderem Interesse waren.

PRECIRE misst heute die Wirkung von Kommunikation durch weltweit größte Studie

Auf Grundlage dieser Ergebnisse kann die Wirkung im Alltag reflektiert und verbessert werden. Entscheidend für den persönlichen Erfolg scheint weniger die grundlegende Persönlichkeit, sondern vielmehr, was von diesem Verhaltensrepertoire im Alltag in die Wirkung gebracht wird. Ein Großteil der alltäglichen Wirkung ist durch Kommunikation bedingt. Daraus folgten verschiedene Ableitungen:

  • Wir von PRECIRE definieren noch einmal ganz deutlich, was wir messen und welche psychologischen Konstrukte sich über Sprache abbilden lassen (Linnenbürger, 2020).
  • Wir verschmelzen die wissenschaftlich validen Methoden der Psychologie (Konstruktentwicklung) mit denen der Data Scientists und führen die weltweit größte Studie durch, die Psychologie mit KI verbindet (momentan ca. 37 Millionen Ratings von 25 Tausend Ratern).
  • Dadurch bringen wir der KI bei, Kommunikationsstile automatisiert aus verschiedenen Sprachsituationen zu filtern.

Die Technologie von PRECIRE ist der Schlüssel zu verbesserter Kommunikation

Wir haben eine klare Positionierung: Wir stellen eine Technologie zur Verfügung, die Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen in jeglicher Situation verbessern kann und damit einen wesentlichen Beitrag zu mehr Kooperation und Kollaboration in unserer Gesellschaft leistet. Wir schaffen die Möglichkeit, Kommunikation im Alltag zu spiegeln und sind damit wirklich digital geworden. Wir haben eine technische Integrationsmöglichkeit geschaffen, die eine Anbindung an ganzheitliche Coachinglösungen erlaubt (z.B. 7steps) und aus der organisch Lernumgebungen wachsen können (z.B. evolve). Wir integrieren uns in alltagsrelevante Produkte wie Outlook und Word, um für möglichst viele Menschen zugänglich zu werden und Kommunikation dort zu unterstützen, wo sie auftritt. Es gilt, unsere wissenschaftlich fundierte Sprachanalyse beständig in unseren interdisziplinär aufgestellten Teams weiterzuentwickeln.

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